Erdogan vs. Böhmermann – Ein Kommentar

Es ist ein gewöhnlicher Donnerstagabend als Jan Böhmermann in seiner Unterhaltungsshow „NEO MAGAZIN ROYAL“ zu einem „Schmähgedicht“ ansetzt, welches kurze Zeit später eine regelrechte Staatsaffäre auslöst. Böhmermann reagiert auf die Reaktion der Türkei auf einen Beitrag des NDR-Magazins „Extra 3“. Das Video hatte die türkische Regierung um Staatschef Erdogan so stark verärgert, dass der deutsche Botschafter zum Report gerufen wurde. Hätte die türkische Regierung damals gewusst was Herr Böhmermann nur kurz darauf verlesen würde, sie hätten wohl Martin Erdmann erstmal weggesperrt.

Böhmermann verliest an diesem gesagten Donnerstag ein Gedicht, über welches sich sicher streiten lässt. Satire, Meinungs- und Pressefreiheit oder Beleidigung eines Staatsoberhauptes. Schlussendlich ist alles wie immer „Auslegungssache“.  Doch der türkische Staatschef hat anscheinend so wenige Probleme im eigenen Land, dass er sich direkt an Berlin wendet und um sofortige Unterlassung und Aufbereitung des Sachverhalts „bittet“. Eine Anzeige gegen Böhmermann persönlich folgt natürlich auch. Frau Merkel wird aus Ankara gezwungen Stellung zu beziehen und Böhmermann zu Rechenschaft zu bitten. Schlussendlich bleibt ihr keine andere Wahl, als das Ganze dem „Rechtsstaat“ zu übergeben.

Ginge es nach Erdogan sollte man Böhmermann sicherlich wegsperren, so wie es in der Türkei üblich wäre. Ein Staatschef der im eigenen Land täglich mit Terror, Korruption und Unterdrückung beschäftig ist, hat wirklich nichts Besseres zu tun als einen deutschen Jungen zur Rechenschaft zu ziehen. Ein Mann dessen Ego größer ist wie sein Land selbst. Ein Mann der die alten Werte vertritt und anders denkende unterdrückt.

Lieber Herr Erdogan, wir in Deutschland, wir in größten Teilen Europas leben in Demokratien. Wir genießen Meinungs- und Pressefreiheit. Wir können über Satire lachen müssen es aber nicht. Wir unterdrücken keine Frauen und Minderheiten. Wir sind dem Größenwahn nicht verfallen.

Wir haben auch schlussendlich keinen Bock auf einen vom Größenwahn besessenen Mann der gerne Teil der EU wäre. Ein Mann der durch seine Flüchtlingspolitik im Glauben ist uns Deutsche eine Gefallen zu tun und uns bzw. unsere Regierung somit irgendwie im „Schwitzkasten“ hält.  Herr Erdogan, Sie vertreten im keinem Sinne die Werte Europas und der EU, Sie vertreten nur Ihre eigenen Werte und diese „interessieren uns nicht“.

Für unsere Kanzlerin hoffe ich, sie findet die Zeit und Möglichkeit irgendwann vielleicht doch das zu tun, was wir als Volk von ihr erwarten. „Ein Gespräch mit Ihnen über Demokratie, Freiheit und Menschlichkeit die in Ihrem Land durchgehend unterdrückt wird“.

Herr Erdogan, sie mögen sich vielleicht als großen Machthaber auf der europäischen Bühne sehen. Doch seien Sie versichert damit stehen Sie in unserem Land sicher ziemlich allein auf Ihrem Podest.

Denn wir leben und lieben am Ende des Tages unsere Demokratie und unsere Freiheit und das ist wahres und wirklich „Gutes Zeug“.

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